Laufbahn

Politische Laufbahn

 

Die Anfänge

Kaum war ich in Ebikon in der Politik aktiv, erreichten wir in einem schwierigen bürgerlichen Umfeld rasch relativ viel. Unsere Ideen wurden bald honoriert. An Gemeindeversammlungen, an denen die meisten wohl anders gedacht hatten als ich, fanden wir oft Unterstützung. Ich nahm eine Art Wertschätzung wahr. Wir erhielten Feedbacks aus der Ebikoner Bevölkerung, die uns bestätigten. Wir waren auf dem richtigen Weg. Ich denke heute, dass die SP etwas abgedeckt hatte, was andere (noch) nicht auszusprechen gewagt hatten.

 

Schulpflegerin Gemeinde Ebikon 1988-1994

Yvonne Schärli mit Kindern

In der Schulpflege von Ebikon merkte ich, dass Bildung etwas vom Zentralsten ist, was der Kanton und die Gemeinden anzubieten haben. Ich lernte das Bildungssystem des Kantons Luzern kennen; die Aufteilung der Aufgaben zwischen den Gemeinden und dem Kanton und die Institutionen, die sich mit Bildung beschäftigen: Schulpflege, Gemeinderat, Aufsichtskommissionen Kantonales Lehrerseminar, Aufsichtskommission Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer usw.  Ich lernte mich in ein politisches Gremium einzugeben und mit unterschiedlichen Meinungen umzugehen: Ich musste verlieren und gewinnen lernen. Ich erfuhr, mit welchen Problemen Lehrerinnen und Lehrer zu tun haben. Ich lernte Eltern kennen, die auf Schwierigkeiten sehr unterschiedlich reagieren.

 

Kantonsrätin 1991-2003

Huber

Das Amt der Kantonsrätin hatte ich nicht gesucht. Der Anfrage der Partei kam ich entgegen, weil es noch Listenplätze auszufüllen gab. Ich erschrak sehr, als ich auf Anhieb gewählt wurde. Ich hatte ja keine Ahnung von der parlamentarischen Arbeit. Das erste Jahr war schwer: abstrakt, theoretisch, nichts als Gesetzgebungsdebatten… Wenn ich überleben wollte, musste ich etwas Konkretes finden. Mein Interesse fiel auf den Baubereich. Also bewarb ich mich für fast alle Kommissionen, in denen das Bauen ein Thema war. Dies brachte mich in fast alle Regionen des Kantons, und plötzlich wurde auch die Gesetzgebung interessant. Ich durfte viele Totalrevisionen u a. im Baubereich mitgestalten. Ich machte viele Begegnungen mit Kantonsrätinnen und –räten. Ich lernte mit anderen zusammen politische Vorhaben zu entwickeln. Es war eine menschlich sehr wertvolle und lehrreiche Zeit.

 

Gemeinderätin 1996-2003

Das Amt der Gemeinderätin interessierte mich, weil damals die Möglichkeit bestand, dass die SP den Einsitz in dem Gemeinderat von Ebikon schaffen könnte. Zudem war es für mich ein Weg zurück zur konkreten Politik. Mir war schon bald klar, dass es Themen wie Umwelt, Abwasserversorgung Abwasserreinigung und Abfallverwertung werden würden.

Im Gemeinderat lernte ich die Exekutiv-Arbeit und was es heisst, Kollegialbehörde zu sein. Im Parlament war ich ziemlich unabhängig; konnte sagen, was mir passte: konkret und direkt. Ich war in eine Fraktion eingebettet, mit der ich viel besprechen konnte.

Im Gemeinderat lernte ich nun das Kollegialitätsprinzip zu leben und war ziemlich allein im Team, wo ich mir eine Position erarbeiten musste. Es ging weniger um parteipolitische Forderungen als um das Gesamtwohl der Ebikoner Bürgerinnen und Bürger.  Zum ersten Mal hatte ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu führen.

 

Präsidentin Luzerner Kantonsrat 2002

Das Präsidialjahr war eine wunderbare Erfahrung. Eine Kantonsratspräsidentin ist ein politisches Neutrum und wird als solches geschätzt und überall aufgenommen. Es war eine ungeheure Chance, die Bevölkerung und ihre Sorgen und Nöte, aber auch die Regionen des Kanton,  näher kennenzulernen. Dabei habe ich realisiert, wie viele Leute in Vereinen und anderen Organisationen etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tun. Es war ein strenges Jahr mit vielen schönen Begegnungen, ein Jahr des Getragen-Werdens.

 

Regierungsrätin seit 2003

Campus4

Die grösste Herausforderung, aber auch grösste Faszination, in diesem Amt ist es, eine rundum gute Dienstleistung zusammen mit rund 1000 Mitarbeitenden zu erbringen. Dies in sehr heiklen Bereichen wie Sicherheit, Fusionen usw. Das Tagesgeschäft - den Auftrag von Bevölkerung und Parlament - täglich immer wieder neu und mit Engagement umzusetzen – ist das Schönste in diesen Amt.

Entsprechend war die Führung dieses – neu aus zwei Departementen zusammengesetzten – Departementes die grösste Herausforderung. Darauf hatte ich mich mit einer speziellen Management-Ausbildung vorbereitet. Ich musste lernen hin zu stehen für Mitarbeitende, die in einer schwierigen Situation steckten oder Fehler begangen hatten und hierfür – ohne einen Deckel darüber zu stülpen – die Verantwortung zu tragen. Eine tägliche Herausforderung ist es bis heute geblieben, mit der Öffentlichkeit – sprich Medien – umzugehen und dabei transparent, authentisch und glaubwürdig zu sein.

Ich denke, dass in den bald acht Jahren  viele schwierige Veränderungen gut gelöst worden sind: Reformen von Wahlkreisen, Gerichts- und Verwaltungskreisen, Fusionen, Zusammenlegung von zwei Departementen, der Kantons- und Stadtpolizei. Es gab viele Veränderungen, die wir mit guter Wirkung  aufgenommen und umgesetzt haben.

 

Regierungspräsidentin 2007

Regierungsrat

Mit der heutigen Personalisierung in den Medien steht die Regierung stark im Fokus. Entsprechend erlebte ich die Kritik sehr präsent. Ich war gefordert, auch zu allgemeinen Themen der Regierung Stellung zu beziehen. Das war eine spezielle Herausforderung, da oft auch Departemente der Kollegen betroffen waren. Weiter war es wichtig, stets die Kollegialität zu berücksichtigen. Es ging nicht um Eigenpropaganda, sondern darum die Gesamtstrategie und das gesamte Gremium im Auge zu behalten.

Zu meinen Regierungsratskollegen stehe ich persönlich sehr gut. In der Sache allerdings kann ich auch unangenehm und hartnäckig sein. Mein Verhältnis zu den Mitarbeitenden ist durch Wertschätzung geprägt. Ich erwarte Engagement und Identifikation für die gemeinsame Sache. Auf der anderen Seite fühle ich mich als SP-Politikerin besonders gefordert, für gute Rahmenbedingungen der Mitarbeitenden einzustehen.

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